Rechtsanwalt in Dornbirn

Anrecht auf Reiserücktritt – besteht ein gesetzlicher Schadensersatzanspruch?

Seit Wochen freut man sich schon auf die anstehende Reise – und plötzlich liegt man krank im Bett oder hört von politischen Unruhen im Urlaubsland, die die Vorfreude ordentlich vermiesen. Wenn man als Reisender eine Pauschalreise aus Krankheitsgründen oder Ähnlichem kündigt, fallen im Normalfall hohe Stornogebühren an. Es gibt aber auch Fälle, in denen man ganz davon befreit ist. Hier erfährst du, wann du als Reisender Anrecht auf Schadensersatz im Falle eines Reiserücktritts hast.

Dann erhältst du den vollen Preis zurück

Die gesetzlichen Bedingungen von Pauschalreisen werden im Pauschalreisegesetz (PRG) geregelt. Im Normalfall bekommst du selbst bei einem Reiserücktritt aus Krankheitsgründen leider kein Geld zurück. Allerdings gibt es in bestimmten Fällen die Möglichkeit, die Gesamthöhe deiner Pauschalreisekosten wieder zu erlangen.

Höhere Gewalt: Krieg, Naturkatastrophen oder Terror

Naturgewalten
Reiserücktritt beim Eintreten von höherer Gewalt.

Wenn die Umstände im Urlaubsland aufgrund von höherer Gewalt plötzlich anders sind, als sie es zum Buchungszeitpunkt waren, kann die Pauschalreise kostenlos gekündigt werden (§10 Abs. 2 PRG). Konkret können solche Zustände etwa Terroranschläge, Naturkatastrophen oder politische Unruhen sein.

Vereinzelte Terroranschläge in einem Land sind jedoch noch nicht Grund genug, die Reise kostenlos zu stornieren. Erst, wenn du als Reisender ernsthaft in Gefahr schwebst, selbst Opfer zu werden, gilt eine Pauschalreise als erschwert oder gefährdet. Wenn sich die Zustände im Land extrem verschlechtern und gar ein Krieg ausbricht, wird die Reise als unzumutbar eingestuft, und es besteht definitiv ein kostenloses Rücktrittsrecht.

Veränderte Reisebedingungen

Zwar können Reiseveranstalter die angegebene Reiseplanung gegebenenfalls ändern, aber nicht jede dieser Änderungen ist auch automatisch wirksam. Wird die Reise vom Veranstalter nach der Buchung noch wesentlich verändert, kann sie kostenlos storniert werden. Wenn also beispielsweise Touren plötzlich verkürzt werden oder ganz ausfallen oder das Angebot deutlich reduziert wird, kannst du Schadenersatz verlangen.

Reiserücktritt bei Flugreisen
Schadenersatz bei Änderung der Reiseplanung.

Geringe Preisänderungen können vom Veranstalter unter gewissen Umständen durchgeführt werden, müssen dir als Reisenden jedoch rechtzeitig mitgeteilt werden. Beträgt die Preiserhöhung aber mehr als 8% des Gesamtpreises, kannst du ebenfalls kostenlos vom Vertrag zurücktreten (§ 9 Abs. 2 PRG)

Besser vorab informieren und auf Nummer Sicher gehen

Im Zweifelsfall kannst du vorab immer noch eine Reiserücktrittsversicherung abschließen. Wenn du die Reise aufgrund einer Krankheit, eines Todesfalls oder Unfalls eines nahen Verwandten nicht antreten kannst, übernimmt dann die Versicherung meistens die Kosten. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Stornogründe beim Abschluss der Versicherung noch nicht bestanden haben.

In manchen Fällen übernimmt die Versicherung aber auch dann die Kosten, wenn du aus gesundheitlichen Gründen eine vorzeitige Heimreise antreten musst. Wenn du dich noch genauer informieren willst, wende dich auf jeden Fall an einen Experten. Ein ausführliches Gespräch mit einem Rechtsanwalt in Dornbirn lohnt sich hier auf alle Fälle.